Vorgehensweise beim Filzen einer Hohlform – Teil 2
Und weiter geht’s. Als nächstes muß die Schablone raus.

Dazu wird der Filz (an der richtigen Stelle…) eingeschnitten.

Aus diesem Werkstück soll ein kleines Täschen werden. Deswegen schneide ich auf der halbrunden Seite auf. Mit der gleichen Schablone fertige ich auch Gefäße, in diesem Fall schneide ich auf der kurzen geraden Seite auf.

Durch den Schnitt ziehe ich gaaannnz vorsichtig die Schablone heraus.

Jetzt wird noch ein wenig weitergefilzt, besonders die Kanten erhalten eine Behandlung. Ich führe meine Hand in das Werkstück, um den Filz von beiden Seiden bearbeiten zu können. Meist lege ich ein Stück Fliegengitter über meine Hand, damit auf der Innenseite keine “Taschen” entstehen.

Auf dem nächsten Bild sieht man deutlich den “Buckel”, der an der Seite der Schablone entstanden ist. Ihn filze ich platt, imdem ich mit meinem Blumenschwamm in kreisenden Bewegungen über ihn hinweg streiche.

Soll aus dem Werkstück ein Gefäß oder ein Hut werden, ist es besonders wichtig, daß der Buckel verschwindet. Bleibt es eine Tasche, fällt der Buckel nicht so ins Gewicht, weil er eh auf dem “Knick” der Tasche zu liegen kommt.
Ist der Filzprozeß abgeschlossen, geht es ans Walken:

Das Walken zeige ich in einem Video hier.
Das Werkstück wird in ein Handtuch gerollt unt mit heißem Wasser übergossen.
Die Tasche wird auf das Handtuch gelegt und mit wirklich heißem Wasser begossen.

Dann wird alles aufgerollt und auf der Arbeitsfläche auf einer gerippten Matte hin- und hergerollt. Anfänglich nur mit wenig Druck, später auch mit aller Kraft.

Alle paar Minuten wird die Rolle geöffnet und das Werkstück gedreht.

Schon bald kann man zusehen, wie das Stück schrumpft. Wichtig ist nun auch eine Drehung des Filzes, damit es in alle Richtung gleich schrumpft.
Also: Walken, Rolle öffnen, Filzstück drehen, Rolle schließen, walken – und wieder alles von vorne.
Das Werkstück ist fertig, wenn ein fester Filz entstanden ist, von dem sich keine Fasern mehr abzupfen lassen (naja, jedenfalls nicht ohen Gewalt…)
Danach bekommt das Objekt ein Bad in Essigwasser (einen guten Schluck Essig auf einen halben Liter Wasser).

Wichtig ist nun noch, daß das Werkstück die Form behält, die es beim Trocknen hat.

Mit etwas Kraft ziehe ich den Rohling über eine schlanke hohe Flasche, um ein schlankes hohes Gefäß zu erhalten. Oder über ein behäbiges Gurkenglas, um eine gedrungenere Form zu erzielen.
